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Macher des Jahres 2008
 
Liste der Macher 2005-2008
 
   

Wohlstand ist kein Zustand –
er muss ständig erarbeitet werden“


DIHK-Präsident Georg Braun spricht beim „Macher-Dinner“ / Dreizehn Unternehmen ausgezeichnet


 
Bilder des Jahres 2008
Landrat Horst Schnur,
Annerose Horn, Asklepios-
Schlossberg-Klinik,
Gabriele Seubert
und Jürgen Walther
 
 

Einen besonderen Gast begrüßten Landrat Schnur
und OREG-Geschäftsführer Jürgen Walther (links) zum
„Macher-Dinner“ am 20. Januar in Beerfelden:
Der Präsident der Deutschen Industrie- und
Handelskammer Georg Braun (Mitte) hielt dort die Tafelrede


Beerfelden. Am Morgen noch in Berlin, am Abend beim „Macher-Dinner“ im Odenwaldkreis. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer Georg Braun ließ es sich nicht nehmen, der Einladung von Landrat Horst Schnur zu folgen und beim Abend der Auszeichnungen für
die Odenwälder „Macher 2008“ am 20. Januar 2009 die Tafelrede zu halten.

Dabei fand er sofort die passenden Worte, um die rund 70 Gäste aus dem Odenwälder Wirtschaftsleben und der regionalen Politik – neben dem Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh, den Kreisbeigeordneten Detlev Blitz, Dr. Erika Ober und Michael Vetter waren auch der Geschäfts-führer der IHK Darmstadt Dr. Uwe Vetterlein, IVO Vorsitz-ender Franz-Peter Wörner und IVO Geschäftsführer
Hermann Braun anwesend - in seinen Bann zu ziehen.

Der Vorstandsprecher des Medizinprodukte-Herstellers Braun-Melsungen zog Parallelen von seiner Heimat im mittleren Fuldatal zum Odenwald. „Ich komme genauso wie Sie aus einer ‚bucklischenLandschaft’, wie Ihr Landrat zu sagen pflegt. Und wir sind mit genau den gleichen Problemen konfrontiert wie Sie.“ So verwies Georg Braun, der seit 1977 dem Unternehmen vorsteht, auf ungerechte Verteilung von Infrastruktur und mangelnde Anbindung an Breitbandnetze. Auch die ländliche Region müsse erreichbar und in einer internationalisierten Welt kommunikationsfähig bleiben. Wenn die drängenden Probleme nicht behoben werden könnten, komme es zunehmend zum Ungleich-gewicht. „Aber es darf keine Verödung in der Fläche geben.

Wir haben uns zum Standort bekannt, denn wir wissen, dass unser größtes Kapital die Mitarbeiter sind.“ Es stehe außer Frage, dass das Unternehmen sich sowohl den Beschäftigten als auch dem Personal verpflichtet fühle. Neben ständigen Fortbildungsangeboten und Entwicklungs-chancen biete die Firma Braun auch Rückhalt in Notlagen und habe ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter. Aus dieser Art der Zusammenarbeit, die der Familienbetrieb schon seit Jahrzehntenpflege, sei ein Vertrauensverhältnis zwischen Belegschaft und Unternehm-ensführung entstanden, das kein anderer Standort ersetzen könne. „Wir fühlen uns der familiären Struktur verpflichtet. Eine solche Situation muss aber gelebt werden, die können Sie nicht verordnen. Und es ist wichtig, dass die Mitarbeiter durch den Betriebsrat über Entscheidungen informiert und darin eingebunden werden. Aber es muss auch klar sein: Wohlstand ist kein Zustand – er muss ständig erarbeitet werden.“

Angesichts der aktuellen Entwicklungen ging Braun auch auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein. „Wir müssen alle unsere
Lehren ziehen. Besonders wir Mittelständler leiden nun unter den Fehlern anderer. Aber wir erkennen auch Chancen.“ So komme den Volks- und Raiffeisenbanken sowie den Spar-kassen nun eine besondere Rolle zu. „Wir finanzieren uns über die Kreditinstitute vor Ort. Oft sind wir mit den Bänkern vor Ort persönlich bekannt.“ Dieses Netzwerk helfe auch die Krise zu überstehen und zeige dass die kleinen Banken ihre Daseinsberechtigung auf dem Kapitalmarkt untermauern können. Insgesamt gelte es deshalb, die vorhandenen Netzwerke zu stärken und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft zu erhalten. „Wir müssen jungen Menschen Chancen bieten sich zu entwickeln. Wir müssen dabei auch diejenigen integrieren, die weniger Entwicklungspotenziale haben. Das gilt auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Wir haben jahrelang eine falsche Integrationspolitik betrieben. Nur wenn alle - auch die Kinder ausländischer Abstammung - am wirt- schaftlichen und gesellschaftlichen Prozess partizipieren können, werden wir eine intakte und friedliche Gesellschaft
erhalten. Hierfür brauchen wir ehrenamtliches und nach-barschaftliches Engagement und wir brauchen ertragreiche Unternehmen, die ihren Beitrag dazu leisten. Und nur wenn jeder die Freiheit besitzt, sich selbst optimal zu entwickeln, können wir die Herausforderungen der Zukunft schultern.“

Würdigungen

Bei der anschließenden Würdigung der „Macher 2008“ durch Landrat Horst Schnur und den Geschäftsführer der Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG) Jürgen Walther wurden das besondere Engagement von dreizehn Unternehmen aus dem Odenwaldkreis auf dem sozialen
und wirtschaftlichen Sektor sowie außergewöhnliche Innovationen gewürdigt.

„Odenwald-Botschafter“

Annerose Horn nahm als erste Preisträgerin die Ehren-urkunde für die Asklepios-Schlossberg-Klinik Bad König in Empfang. Das Unternehmen mit 360 Beschäftigten und 40 Auszubildenden will in den nächsten Monaten einen vier-stöckigen Erweiterungsbauerrichten und 60 neue
Arbeitsplätze schaffen.

Die Babilion GmbH Werkzeugbau aus Breuberg erhielt ihren Preis für die herausragende Leistung auf dem Gebiet der Spritzgieß- und Druckgießwerkzeugkonstruktion.

Für die Produktion selbstlösender Steckverbindungen so genannter Brechkupplungen, die unter anderem bei Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr zum Einsatz kommen, nahm Bernd Breidenbach von der Firma Breidenbach Brech-kupplungen GmbH (Erbach) die Urkunde entgegen.

Gaumenfreuden „von weltmeisterlicher Güte“ bescheren Bernd Siefert und sein Team vom Café Siefert in Michelstadt Einheimischen sowie weit gereisten Gästen. Für ihr Engagement auch als Odenwald-Botschafter in aller Welt nahmen Astrid und Isabell Siefert die Urkunde in Empfang, da der Konditor-Weltmeister in Japan weilte.

Dass der Odenwald nicht nur Parallelen zum mittleren Fuldatal, sondern auch zum Erzgebirge aufweist, erläuterte Bernd Moritz Jäger von der Räuchermittelfabrik Jäger e.K. (Höchst). Ein wichtiger Grund für seinen Vater, das seit 1897 agierenden Unternehmens im Jahr 1970 in der Mittelgebirgsregion anzusiedeln. Jäger, der mit Frau und Tochter gekommen war, kreiert Düfte aller Art, handelt mit Weihrauch, Myrrhe sowie entsprechendem Zubehör und vermarktet seine Artikel weltweit.

Ilgaz Özpolat repräsentierte die Özpolat Kunststoffer-zeugnisse GmbH (Reichelsheim), die sich auf Energie schonende Belüftungstechnik spezialisiert hat. Er kommen-tierte die Preisverleihung liebevoll mit den Worten: „Da wir uns mit Zu- und Abluft beschäftigen, bleibt uns gar keine andere Wahl, als im Luftkurort Reichelsheim zu
agieren.“

Mit Energie hat auch die Firma E-Concept GmbH von Jörg Schimpf aus Reichelsheim zu tun. Das Unternehmen baut und installiert regenerative Energie und umweltfreund-liche Heiztechnik sowie Wärmepumpen, Holzhackschnitzel- und Pelletanlagen. Derzeit nimmt die Firma für die Gemeinde Reichelsheim solare Straßenleuchten in Betrieb.

Ein hohes soziales Engagement insbesondere bei der Schaffung von Ausbildungsstellen zeichnet die Intercoiffeur Thieme Bein oHG (Reichelsheim) aus. Steffen Bein hat in seinem Unternehmen, das sich um Haarpflege kümmert, unter 50 Mitarbeitern insgesamt 14 Auszubildende, von denen etwa die Hälfte im Unternehmen übernommen
werden können.

Für die Herstellung des Odenwälder Kulturgutes Holz-pferdchen wurde Holzspielwaren Krämer, vertreten durch Harald Boos, als „Gäulsches–Macher 2008“ ausgezeich-net.´Der Betrieb ist heute der einzige, der noch original Odenwälder Schaukelpferde aus Holz herstellt und weit über die Grenzen der Region hinaus für seine Arbeit bekannt.

Eine Unternehmensgründung par Excellence präsentiert das Ehepaar Ursula und Rainer Hotz mit Sitz in Bad König. Vor fünf Jahren noch arbeitslos, stehen heute beide einem Unternehmen mit zehn Mitarbeitern vor, das sich vorrangig um Telefonservice-Dienstleistungen und Auftrags-Daten-erfassung kümmert. Zu den Kunden zählen unter anderem John Deere, Aral und die Adler-Modemärkte.

Hubert Hörr, Fleischermeister aus Reichelsheim, hat es sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive mit einer Ausbildungsstelle zu bieten. Auch Jugendliche mit schlechteren Abschlüssen erhalten bei ihm eine Chance.

Außerdem unterstützt Hörr Ausbildungsprojekte, wie zum Beispiel im Freilandmuseum Keilvelterhof. Er kredenzte mit seinem Team in der Alten Turnhalle in Beerfelden auch die leckeren Schlemmereien beim Dinner und verwöhnte die Gäste nach der Veranstaltung mit einem Dessert.

130 Mitarbeiter an vier Standorten hat die Firma Karl-Elektronik-Bau GmbH mit Hauptsitz in Reichelsheim. Ihre Anlagen liefert die Chefin Rosemarie Karl, die nach dem Tod ihres Mannes die Geschäfte übernahm, inzwischen in alle Welt. Unter anderem steht eine Großschaltanlage auf Palm Island in Dubai. Zu ihren Kunden zählen EON, Siemens
und die Stadtwerke Hannover.

Die Schreinerei Helmut Pracht aus Beerfelden nimmt jedes Jahr konsequent eine Auszubildenden in ihre Betriebsstätte auf. Doch nicht nur hierfür wurden der Meister und seine Frau zum „Macher des Jahres 2008“. Auch für ihr Engage-ment in der Falken-Gesäßer Dorfgemeinschaft ist die Familie
bekannt.

Seit dem Jahr 2005 werden die „Macher“ durch den Landrat in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsbeirat der OREG, den 15 Bürgermeistern des Odenwaldkreises sowie der Sparkasse Odenwaldkreis und der Volksbank Odenwald ausgezeichnet.

Sie besitzen ein Vorschlagsrecht zum Titel „Macher des Jahres“ für innovative Unternehmen, die sich erfolgreich gegen Abwanderungstendenzen und Personalabbau behaupten und sich dank kluger Entscheidungen und frühzeitige Weichenstellungen sowie mit besonderem sozialen Engagement bewähren.

Landrat Horst Schnur,Bernd
Breidenbach (3. v.l.),
Breidenbach-Brech-
kupplungen, Gabriele
Seubert und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur,
Astrid und Isabell Siefert
(Café Siefert) Gabriele
Seubert und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur, Familie Jäger (Carl Jäger Räucher-mittelfabrik), Gabriele
Seubert und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur,
Ilgaz Özpolat (Özpolat Kunststofferzeugnisse
GmbH), Gabriele Seubert
und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur,
Jörg Schimpf (Firma E-Concept GmbH), Gabriele Seubert
und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur,
Steffen Bein (Inter-
coiffeur Thieme Bein oHG), Gabriele Seubert und Jürgen Walther
 

Landrat Horst Schnur,
Harald Boos (3. v.l.) (Holzspielwaren
Krämer), Gabriele
Seubert und
Jürgen Walther

 
Landrat Horst Schnur,
Rainer und Ursula Hotz
(Hotz Kommunikations-
und Datenservice) Gabriele
Seubert und Jürgen Walther
 

Landrat Horst Schnur, Hubert Hörr und sein Team (Hörr Fleischwaren GmbH), Gabriele Seubert und Jürgen Walther

 
Landrat Horst Schnur,
Rosemarie Karl (2. v.l.),
(Karl-Elektronik-Bau GmbH), Gabriele Seubert und Jürgen Walther
 
Landrat Horst Schnur, Bürgermeister Gottfried Görig,
Ehepaar Pracht (Schreinerei Helmut Pracht), Gabriele Seubert und Jürgen Walther
 
     
 
     
       
 
 
© 2007 Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG)