Hier vereinen sich Historie und Zukunft
Eingebettet in die sanften, grünen Hügel des hessischen Odenwalds liegt der Keilvelterhof am Ortsausgang von Unter-Ostern, einem Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim, ca. 30 km von Darmstadt entfernt. Seine erste urkundliche Erwähnung findet der heute vierseitige Hubenhof 1640 im Gerichtsbuch für die Zent Reichenberg. Der Name Keilvelterhof stammt übrigens von zwei der insgesamt 15 früheren Besitzer, von Johann Valentin Keil (1752-1819) und seinem Sohn Valentin (1784-1822); Valentin heißt im Odenwälder Dialekt "Velte". Sein letzter Besitzer, Adam Dingeldein, starb 1997 ohne einen Erben zu hinterlassen; der Hof – und damit ein wertvolles regionales Kulturgut - drohte zu verfallen. Daher erwirbt 1998 die Museumsstraße Odenwald-Bergstraße e.V., die von den drei südhessischen Landkreisen Odenwald, Bergstraße und Darmstadt-Dieburg sowie zahlreichen Städten, Gemeinden und Einzelpersonen getragen wird, den Hof, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. 2003 wurde die Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH, die Wirtschaftförderungsgesellschaft des Odenwaldkreises, von der Museumsstraße mit der Geschäftsbesorgung für den Hof und damit für seine nachhaltige Weiterentwicklung betraut.
Das Freilandmuseum
Durch das große persönliche und finanzielle Engagement der Museumsstraßen-Mitglieder und durch die tatkräftige Unterstützung vieler Bewohner aus Reichelsheim und seinem Ortsteil Unter-Ostern, ist es den Beteiligten in den letzten Jahren gelungen, die Bausubstanz des Anwesens zu erhalten und den Hof zu einem Freilandmuseum - zu einem einzigartigen Schauobjekt bäuerlicher Kultur - auszubauen.
Im Gegensatz zu anderen Freilandmuseen besteht das Museum „Keilvelterhof“ an seiner gewachsenen Stelle vor Ort fort - in der Kulturlandschaft, die durch seine Bewirtschaftung im Laufe der Jahrhunderte mit geprägt worden ist. Man spürt an allen Stellen, dass der Hof noch bis vor wenigen Jahren bewohnt und bewirtschaftet wurde – das gesamte Anwesen vermittelt den Eindruck, als wären die ehemaligen Nutzer nur mal gerade eben aus der Tür gegangen. So erhalten die Besucher einen authentischen Einblick in die kultur- und sozialgeschichtliche Entwicklung der Region, werfen einen Blick in die Vergangenheit, können den Wandel der landwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahrhunderten nachvollziehen und so eine Identität zur Region und seinen Bewohnern aufbauen. Jährlich zieht das Freilandmuseum hunderte von Besucher, darunter auch viele Schulklassen und Wandergruppen an, die auf dem Hof - mit seinen Ställen, Scheunen, dem Wohnhaus und seinem prächtigen Haus- und Obstgarten - Einblicke in die Vergangenheit nehmen oder die ein paar unterhaltsame Stunden während der regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen und Feste verbringen wollen. Aufgrund seiner wichtigen Funktion für den regionalen Fremdenverkehr ist der Keilvelterhof seit 2005 fester Bestandteil des touristischen Konzeptes des UNESCO-Geoparks Odenwald-Bergstraße. |
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Dachstuhlkontruktion der der Scheune |
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